Biografisches

"fortiter in re - suaviter in modo"

(hart in der Sache - umgänglich in der Art und Weise)

 

 

 

Manfred

Graf von Schwerin

 

 

entstammt einer alten pommerschen Landwirt- Beamten- und Offiziersfamilie. Uradelsnachweis seit 1178 (Bernardus Dictus Adcocatus von Swerin) heute in

23. Generation.

Geboren in Stettin, verbrachte er seine Kindheit mit vier Geschwistern bis zum 21.3.1945 in Ziethen bei Anklam auf dem väterlichen Rittergut, das sich in der dritten Generation im Familienbesitz befand. Der Vater war Volljurist, Landwirt und galt als vortrefflicher Pianist. Als Gegner des NS-Regimes wurde er auf Grund von Denunziationen Anfang 1945 wegen angeblicher Wehrkraftzersetzung verhaftet und entging nur durch die anrückende Rote Armee der Verurteilung zum Tode und der Enteignung. Tragischerweise wurde hierdurch eine spätere Rückgabe des Guts auf der Grundlage von Wiedergutmachung von NS-Enteignungen unmöglich.

Die Mutter Elisabeth, geb. Sander, Tochter eines namhaften Fabrikanten aus Berlin, lebte seit der Hochzeit 1922 auf den Gut Ziethen und hatte maßgeblichen Anteil an der gastfreundlichen und musikalisch-künstlerischen Atmosphäre. Besonders kümmerte sie sich um die Gartenanlagen, darunter den einzigartigen "Senkgarten" nach Karl Foerster. Der Gutsbetrieb selber zeichnete sich als modern geführtes, effizientes Unternehmen (mit mehren Profit-Cetern) aus und durch ein hohem Maß an sozialer Verantwortung für fast 100 Mitwirkende. Die Sozialbindung des Eigentums wurde Manfred Graf von Schwerin hier schon in die Wiege gelegt.

 

Nach der Flucht nach Schleswig-Holstein lebte die Familie im Kreis Herzogtum Lauenburg, nahe Hamburg. Der Vater starb nach einem von ihm gegebenen Konzert am 20. Juli 1945 an einem Herzinfarkt. Seit 1948 lebte Manfred Graf von Schwerin mit seiner Mutter in Wohltorf am Sachsenwald im selbst errichteten Haus.

 

Abitur 1952 in Geesthacht/Elbe, Praktikum in der Fanzösischen Schweiz, Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und Soziologie in Heidelberg, Paris und Hamburg schlossen sich an, ebenso das Dometscherexamen in Französisch, die Ausbildung beim Unilever-Konzern in Hamburg und Examen der Werbefachschule Hamburg. Danach durchlief Manfred Graf von Schwerin verschiedene Stationen in der Werbeagentur Lintas und im Marketingbereich der Unilever-Firmen. 1968 wurde er als Marketing-Manager nach Brüssel berufen und Etatdirektor zur Betreuung deutscher und internationaler Firmen, darunter Henkel, Düsseldorf.

Seit 1970 war er Geschäftsführer verschiedener Firmen im Bereich Agrar- und Ernährungswirtschaft, zunächst in Hamburg, später im Westerwald und ab 1985 im Landesauftrag Rheinland-Pfalz in Ruanda, Ost-Afrika als Entwicklungsbeauftragter.

 

 

Von der Wende zur Wiedervereinigung 1989/ 1990 zum Aufbau von Strukturen

 

Von der 1970er Jahren bis zur zweiten Hälfte der 1980er Jahre setzte sich Graf Schwerin mit eigenen Konzepten für ernährungs-, agrarwirtschaftliche und biotechnische Innovationen mit besonderem Fokus auf die Lage Afrikas ein. Sein Engagement für die Einführung von Verfahren der Aquakultur zur Eiweißversorgung regte zur Diskussion auch über neue Wege in der europäischen Landwirtschaft an. Seine Anstöße für Integrationsmodelle mit sozialen Effekten wie z.B. für die emsländischen und andere Viehzüchter und Kleinbauern mit dem Modell „ Vom Stall zum Steak“ brachten ihm jedoch auch Widerstand aus einflussreichen Lobby-Kreisen ein.

 

Als Schwerin gerade mit einem hochmodernen industriellen Aquakultur-Projekt im damals sowjetischen Klaipeda ( Memel ) in Litauen beschäftigt war, erhielt er durch seinen Partner, Erwin Baron v. Bressensdorff von der Hamburger Agentur „Osthandels-Consulting“ den Hinweis, dass die Moskauer Führung unter Michael Gorbatschow die Honecker-DDR wohl in Kürze fallen lassen würde. Diese Einschätzung eines wirklichen Insiders beflügelte den heimatverbundenen und politisch aufmerksamen Vorpommern Graf Schwerin und ließen ihn den „wärmenden Wind der Veränderung“ spüren.

 

Auf dem Weg zu einer Warschauer Agrarmesse am 08.November 1989 für ein Hamburger Unternehmen, erfuhr er, dass die Berliner Mauer gefallen war. Tags darauf reiste er nach

Vorpommern und wurde in seinem Heimatdorf Ziethen spontan und freudig empfangen.

 

 

Vom Glück der Erwartung zur ernüchternden Realität

strahlendes Licht - düstere Schatten

 

Schnell erkundete Graf Schwerin Land und Leute, die Naturschönheiten im „Osten“ und sein kulturelles Erbe. Dabei wurde ihm klar, dass viel Einsatz, Erfahrung und Engagement notwendig sein würde, um in wenigen Jahren die Wirtschaftskraft den drei westlichen Zonen anzunähern und eine moderne freiheitliche Gesellschaft entstehen zu lassen. Er war und ist überzeugt davon, dass die ideellen Begeisterungsfähigkeit und Heimatverbundenheit von zurückkehrenden Menschen, die seit 1945 durch die Kommunisten vertrieben und verfolgt wurden, unglaubliche Kräfte zum Aufbau freisetzen würde.

 

Nach der „Wende 1989/90“ erlebte Graf Schwerin jedoch ab 1992 eine Art „Kehrtwende“ mit schwerwiegenden und bis heute folgenreichen Fehlentscheidungen der deutschen Politik und deren Auswirkung auf die Rechtsstaatlichkeit, auf das Recht und die Justiz der BRD.

 

Erbe und Besitz seiner Familie bleiben ihm verwehrt und nur einen kleinen Teil (ca. 4%) des Bodens „durfte“ er zurückkaufen. Das Herrenhaus fiel an die Gemeinde, Nebengelasse wurden zu DDR-Zeiten überformt und das Land an einen Großbetriebe vergeben. Bis heute nutzt die meiste Fläche ein LPG Nachfolger aus der DDR.

 

 

Vor dem Hintergrund der persönlichen Betroffenheit treibt Graf Schwerin das Handeln für den Rechtsstaat, für die Beseitigung der offensichtlichen Defizite im Prozess der Wiedervereinigung und für den Aufbau in den jungen Ländern als seine Lebensaufgabe an. Sein persönliches Engagement geht jedoch weit über die eigene Familiengeschichte hinaus, richtet sich an die von Verfolgung und Enteignung Betroffenen und spiegelt sich in der Gründung der „Aktionsgemeinschaft Recht und Eigentum e.V.“, deren Bundesvorsitzender er seit 1998 ist.

Ungeheilte Defizite aus dem Prozess der Wiedervereinigung und fortwirkende Rechtsverletzungen verhindern Versöhnung und inneren Frieden und hierfür will Schwerin sich einsetzen. Nach seinem Motto „ Fortiter in re, suaviter in modo “ ( Hart in der Sache, verbindlich in der Art und Weise ) bleibt er überzeugt, dass mit viel Ausdauer, Energie und den besseren Argumenten positive Entwicklungen erreichbar sind.

 

 

Kurze Zusammenfassung der Tätigkeitsbereiche:

 

Die Aktionsgemeinschaft Recht und Eigentum e.V. (ARE ) ist der Zusammenschluss von Betroffenen, Gruppen und Verbänden, der die schwerwiegenden Erosionserscheinungen im deutschen Rechtsstaat seit 1991 thematisiert, Gesetzesvorschläge zur Begrenzung der Nachwende-Schäden erarbeitet und von politischer Verfolgung und Vermögens-entzug Betroffene durch Musterverfahren oder Fallvergleiche und juristischen Austausch unterstützt.

 

 

 

 

 

 

Die Fördergemeinschaft Recht und Eigentum e.V. ( FRE ) ergänzt und ver-tieft die politische und juristische Tätigkeit der ARE durch wissen-schaftliche Begleitung des Einsatzes für das Eigentumsrecht und dessen Schutz, dessen Sozialbindung und Entwicklung. Dies geschieht durch Tagungen, Vorträge, Veröffentlichungen, Schulungen und Beratung in ständiger Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und Verbänden. Besondere Aufmerksamkeit widmet die FRE dabei mit ihrem „Aktionskreis Kulturerbe“ (AKU) speziell den bedrohten Denkmalen in den ländlichen Gebieten.

 

 

 

 

Im Dokumentations- und Aufarbeitungszentrum Plänitz im früheren und in der Restaurierung befindlichen Herrenhaus bei Neustadt/Dosse wird seit 2010 am Auf-

und Ausbau einer umfangreichen Zeitzeugenbank der Geschichtsepoche 1945 – 1949 mit der sogen. „Boden-

und Industriereform“ in der sowjetischen Besatzungszone gearbeitet. Hinzu kommt die Dokumentation der Verfolgungen und Zwangsmaßnahmen in der DDR-Zeit

nach 1949, insbesondere die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft von 1953 bis 1960 sowie andere Verfolgungstatbestände und deren Defizite bei der

bisherigen Aufarbeitung durch Politik und Justiz der Bundesrepublik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Zuge der Rettung und Wiederherstellung wertvollen Kulturerbes und zugleich aus persönlichem und traditionell familiären Engagement heraus gibt es noch eine weitere „Zukunfts-Baustelle“ für Manfred Graf v. Schwerin: Im Gutspark Ziethen bei Anklam in Vorpommern soll ab 2018 der historische Senkgarten . . . .

 

 

 

 

. . . . entstanden 1922 auf Initiative des Gutsherrn Bernhard Graf v. Schwerin, gestaltet nach den Ideen des berühmten Potsdamer Gartengestalters Karl Foerster, wieder errichtet und zu einem Gartendenkmal besonderer Art aufgebaut werden.

 

Mit der Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, den Jugendbauhütten und nicht zuletzt durch fachliche Begleitung von Antje Schmidt-Wiegand werden die Maßnahmen in 2018 umgesetzt.

Herrenhaus Plänitz

Dokumentations- und Aufbearbeitungs-

Zentrum

Neustadt/Dosse OT Plänitz

 

Aufbau eines Dokumentations- und Aufarbeitungs-Zentrums mit Zeitzeugen-Archiv

 

 

Heute lebt Manfred Graf von Schwerin im Herrenhaus Plänitz bei Neustadt/Dosse und kümmert sich neben der Verbandstätigkeit von dort aus auch um das strukturierte Aufarbeiten und Konservieren der Unrechtsgeschichte in Verbindung mit der sogenannten Boden- und Industriereform und ihren Auswirkungen bis heute.

 

In dem ca. 300 Jahre alten Herrenhaus in der Prignitz entsteht gerade ein Dokumentations- und Aufarbeitungszentrum mit Zeitzeugenarchiv, Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich.

 

 

Gedenken an die Opfer der Verfolgung im Zuge der Bodenreform in Kyritz 2016 (alljährlich am 2. September)

post@manfredgrafschwerin.de